Gefühle gehören auch dazu!

Das Prinzip der Einheit schließt nichts aus. Der „circle of all“ ist voller Emotionen. In Achtung vor den anderen und sich selbst zeigt man sich, wie man ist. Gefühle sind eine Bereicherung. Liebe, Zuneigung, Trauer, Wut, Unzufriedenheit und natürlich auch Freude. Gefühle zu zeigen ist ganz wesentlich. Damit nimmt man sich selbst und die anderen ernst. Das sorgt für Bewegung und Entwicklung. Wichtig ist nur, daß niemandem die Schuld gegeben wird und niemand abgewertet wird. Denn sonst fällt man aus dem Kreis und das Prinzip der Einheit kann sich nicht auswirken (siehe Blogeintrag vom 13.12.14).

Ich war heute drauf und dran, ein Gefühl zurückzuhalten. Ein Mensch in meiner Umgebung hat sich nicht so verhalten, wie ich es gewollt hatte. Das war natürlich schon der erste Fehler, zu wollen, daß sich das Gegenüber anders verhält, als es tut. Aber Fehler sind im Prinzip der Einheit in Ordnung, solange man daraus lernt. Sie sind sogar notwendig. Nun gut, jedenfalls ärgerte ich mich und ich wußte, daß mein Gegenüber das auch tat. Ich erinnerte mich an den „circle of all“ und dachte, wenn ich schon im Kreis stehe, dann dürfen es auch meine Gefühle. Ich gab das in die Mitte, was ich hatte, und das war in diesem Fall mein Ärger. Es entspann sich ein lebhaftes Gespräch, es flogen wütende Blicke und deutliche Worte.

Danach waren wir nicht einer Meinung, aber die Fronten waren geklärt, der Ärger verflogen. Ein Gefühl von Gemeinsamkeit kam auf. Keiner hatte den anderen abgewertet, im Gegenteil, wir nahmen einander ernst und muteten uns gerade deshalb auch die negativen Gefühle zu. Jeder blieb im „circle of all“. Die Beziehung war dadurch gewachsen.

In Zukunft nehme ich mir vor, eher wahrzunehmen, falls ich wieder einmal möchte, daß jemand anders ist, als er ist, einschließlich meiner selbst. Denn damit hatte es begonnen.
Ich erinnerte mich an meine eigenen Worte: Wenn man will, daß jemand anders ist, als er ist, bedeutet das eine Abwertung. Damit verläßt man das Denksystem der Einheit, verliert alle seine Vorteile und tritt aus dem Kreis.

Doch wie wunderbar! In den „circle of all“ kann man immer wieder zurückkehren, egal, was geschehen ist. Es ist eine innere Entscheidung.

Empfohlene Übung:

Setzen Sie sich in aller Ruhe zurück und fragen sich, ob Sie derzeit ein Gefühl vor sich oder anderen verbergen.
Falls Sie fündig werden, gestatten Sie sich das Abenteuer, es in seiner ganzen Ausprägung zu empfinden. Dann wählen Sie einen guten Zeitpunkt, um es in den Kreis zu geben und mit anderen zu teilen.

Ihr

Karl-Heinz Rauscher
http://www.dr-rauscher.de

4 Kommentare »

    • Gefühle, Dispute, Gegensätze, … all das ist doch das Salz in „der Suppe des irdischen Lebens“. Würden wir hier auf Erden ständig in beseeltem Frieden umherschweben, Mensch, wie langweilig wär das denn?? Genau deshalb gibt es doch den „Spielplatz“ Dualität. Ganz egal, mit was ich mich als Mensch auseinandersetzen muss/darf, mein wahres Selbst bleibt davon unberührt und ungefährdet. Ich bin (und bleibe), was ich bin. Am vergangenen Samstag war ich stinksauer auf einen Marktleiter in einem Baumarkt. Dort hatte ich ein paar Tage zuvor einen Rauchmelder gekauft und der stellte sich als defekt heraus. Wollte ihn natürlich umtauschen. Doch mein Wille war nicht unbedingt auch der Wille der Kassiererin und des Marktleiters. Blöd. Ich kämpfte verbal wie eine Löwin für mein „Recht“ – das Dumme war: die beiden anderen taten dasselbe. Am Ende fanden wir einen Kompromiss, aber wir gingen nicht wirklich friedvoll auseinander. Im Nachhinein ging ich die Situation in Gedanken mehrmals durch, denn mein Ego machte mir ein schlechtes Gewissen: „Du hättest doch nachgiebiger, freundlicher, friedvoller sein müssen. DU, die doch sooo spirituell lebt!“ Genau! Hier beginnt nämlich die Einheit. Einheit bedeutet: Alles annehmen, was ist. Auch die Gefühle – meine und die des anderen. Es gehörte in dem Disput im Baumarkt einfach alles dazu. Es musste nicht unbedingt zu einer „perfekten“ Lösung zwischen dem Marktleiter und mir kommen. Manchmal ist eben nur ein Kompromiss möglich im Miteinander. Dann heißt es, auch das anzunehmen. Und recht-haben-wollen führt nicht unbedingt immer zum Glücklich-sein. Aber in meiner Mitte spüre ich, dass ich Hand-in-Hand mit dem Marktleiter im Kreis der Einheit stehe. Frohe, gesegnete Weihnacht an alle!!!

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