Das Neue gehört auch dazu!

Tolle Erkenntnis, denken Sie jetzt bestimmt. Finde ich auch! Das Neue wirklich da sein zu lassen und ihm dieselbe Achtung wie dem Alten zu geben ist eine Kunst. Zumindest für diejenigen, die immer der Vergangenheit nachweinen. Da gibt es viele, mich mit eingeschlossen. Ach, wenn es doch nur so schön sein könnte wie gestern oder letzte Woche oder letztes Jahr oder noch früher.

Heute ist neu. Das Neue verdient Beachtung. Das Neue bringt die ganz und gar notwendige Veränderung. Um wieviel leichter hätte es der Mensch, wenn er das Neue stets mit weit ausgebreiteten Armen im „circle of all“ willkommen heißen würde.
Versuchen kann man es ja, vielleicht erst mal für einen Tag, also 24 Stunden, beginnend jetzt. Arme ausbreiten und das Kommende mit Vorfreude erwarten. Ich beginne in dieser Sekunde mit Ihnen. Dabei fällt mir eine Broschüre auf meinem Schreibtisch in die Augen. Darauf steht mit großer Schrift: Zukunft braucht Chance. Jetzt ohne Witz. Also das steht natürlich nicht drauf. Aber das erste schon. Außerdem steht dort noch „Bricks of Life“ (Bausteine des Lebens). Ich kam zu dem Prospekt, weil ich auf ein Geschenk verzichtet habe. Dadurch wurden Kinder in Rumänien beschenkt. Die Organisation, die diese Hilfe organisiert hat, heißt „Bricks of Life“. http://www.bricksoflife.com
Ich schreibe dem Vorstand jetzt gleich mal eine Mail. Vielleicht ist das Neue für mich im Moment, dort zu helfen.
So, die Mail ist raus. Mal schauen, was daraus wird. Ist ja nur der Anfang. Es kommt bestimmt bald was Neues nach.

Na, wer sagt‘s denn. Das ist jetzt aber wirklich etwas Neues. Das war noch nie da. Gerade kam eine Mail. Jetzt will doch tatsächlich eine Freilichtbühne mein bayerisches Theaterstück „Der Friedensengel“ aufführen. Welturaufführung! Kaum, daß es 15 Jahre in meiner Schublade liegt. Stimmt eigentlich nicht. Eine Leseprobe gibt‘s auf der Homepage:
http://dr-rauscher.de/Friedensengel.html

Friedensengel - Arbeitskopie 2

2015 geht ja gut los. Wollen Sie wissen, wie es am Nymphenburger Kanal in München begann? Hier ein Eindruck:

Das ist auch was Neues: Das erste Video auf meinem Blog. Nun bin ich doch wirklich gespannt, wie die nächsten 23 Stunden verlaufen. Das kann ja heiter werden, wenn das so weitergeht.
Aufgepaßt, schon wieder eine Mail:
„Wir in München leben eine bunte Gesellschaft“ wurde auf Facebook gepostet. Am 12.1.15 gibt es eine Gegenaktion gegen eine Pegida-Demo in München. Das wäre auch etwas Neues. Ich war lange auf keiner Demo mehr. Na ja, mal schauen. Man muß nichts übertreiben. Aber immerhin steht der Termin schon im Kalender.

Zwischen all dem Neuen mach ich jetzt mal was Altes und veröffentliche diesen Blogeintrag. Zugegeben, so alt ist mein Blog noch nicht, eigentlich noch ziemlich jung.
Richtig alte Sachen habe ich auch. Die sollten wirklich mal weg.
Ich denke da an einen alten braunen Wintermantel …

Tja, was machen Sie so Neues? Vielleicht folgende Übung?

Empfohlene Übung: Suchen Sie sich einen schönen Ort, irgendwo, wo Sie sich im Moment wohlfühlen. Dann überlegen Sie, was das Neue ist, das gerade in Ihr Leben will. Wenn Sie fündig werden, lassen Sie es kommen, nehmen es in Ihren „circle of all“ auf und schenken ihm die volle Beachtung.

Falls Ihnen nichts einfällt, gehen Sie in den nächsten Stunden und Tagen mit offenen Augen durch die Welt und halten Ausschau nach dem Neuen. Nehmen Sie es als Abenteuer, weil es genau das ist.

Empfehlung für neue Leser: Wenn Sie diesen Blog neu entdeckt haben, empfehle ich Ihnen, auch die älteren Einträge von Anfang an wie ein Buch zu lesen. Wenn Sie es wünschen, kommentieren Sie nach Lust und Laune. Auch Ihre Gedanken gehören dazu und bereichern die Welt. Sobald Sie schreiben, werden Sie gelesen!

Ihr

Karl-Heinz Rauscher
http://www.dr-rauscher.de

4 Kommentare »

  1. Lieber Karl-Heinz, ein sehr schöner Eintrag über das Neue!
    Das „Neue“, hat mich heute auch erreicht, in Verbindung mit „Chance auf Zukunft“, und das gleich zu Beginn des noch so neuen Jahres…
    Heute hatte ich ein erstes Treffen mit einer Familie aus Syrien, hier bei uns im „Asylantenheim“. Ich habe mich vor einiger Zeit dem Helferkreis angeschlossen, und heute durfte ich diese Familie, Mutter, Vater und 4 Kinder, zu einem Frühstück einladen. Da sie nur Arabisch und Französisch sprechen, ich aber nur Deutsch und Englisch, stellte ich mir unsere Kommunikation als große Herausforderung vor, auch in Bezug auf unsere unterschiedlichen Kulturkreise.
    Das Wunderbare war, nach einer kurzen Zeit des sich aneinander Gewöhnens, ging alles ganz leicht, wir verstanden uns, wir redeten in unseren Sprachen , mit Händen, mit Zeichnungen, mit allem, was uns einfiel, und hatten viel Spass.
    Vielleicht fragt man sich nun, wie kann eine Familie, die grade aus einem schrecklichen Krieg geflohen ist, die alles verloren hat, die ihr Leben aufs Spiel gesetzt hat, die nichts weiter mehr besitzt als das Leben und sich selbst, wie können diese Menschen lustig sein und Spass haben….
    Genau das hat mich zutiefst berührt.
    Die Fröhlichkeit der Kinder, die Freude der Eltern, die sie trotz allem anscheinend nicht verloren haben. Selbst als der Vater in Arabisch vom Krieg erzählte, wie sie alles verloren haben, was ihnen geschehen ist, dabei die Geräusche eines Maschinengewehres nachahmend….das hatte seinen Platz und Berechtigung an diesem Frühstückstisch und konnte die positive Grundstimmung nicht verdrängen.
    Da die Kinder wenig Abwechslung haben und daher den halben Tag im Bett verbringen, beschloss ich spontan, sie später noch zu einem Spaziergang mit meinem Hund abzuholen.
    Sie waren begeistert, und obwohl es regnete, tobten wir lange über die Felder, veranstalteten Wettrennen, die Kinder wälzten sich mit dem Hund im Schnee und warfen unermüdlich Stöcke, die er im Schnee suchen und zurückbringen musste.
    Eine größere Freude habe ich lange nicht gesehen. Vielleicht waren sie sogar einen Moment glücklich, und dafür brauchte es so wenig.
    Genau…..Heissen wir das Neue in unserem Leben Willkommen!

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    • Liebe Yvonne,
      vielen Dank für Deine Worte. Sie haben mich tief berührt.
      Ich bin mit meinen Kontakten zu Flüchtlingen noch nicht so weit. In München gab es offenbar ein Überangebot an ehrenamtlichen Helfern. Allerdings gibt es in der Bayernkaserne das Haus 19 mit sogenannten „unbegleiteten, minderjährige Flüchtlinge“. Laut Auskunft der Flüchtlingshilfe München ist die Jugendhilfe Oberbayerin in der Diakonie Rosenheim für dieses Haus zuständig. Dort gäbe es vielleicht noch Bedarf.
      http://fluechtlingshilfe-muenchen.de
      Ansonsten werde ich hier in Bad Tölz noch schauen. Ich bleibe dran.

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  2. Guten Morgen alle miteinander,
    na da sind ja schon einige wach und aktiv. Und weil es auch mir so ergeht, dachte ich: Schau doch mal, ob der Karl-Heinz nen neuen Eintrag in seinem Blog hat. Und siehe da, der „Neue“ ist schon verfügbar. Schön. Danke Dir für Deine Inspiration.
    Und ganz berührt und begeistert bin ich von Deinem Bericht, liebe „unbekannte“ Yvonne. Sehr einfühlsam und lebendig berichtest Du von Deiner Begegnung und Deinen Eindrücken mit Flüchtlingen. Für einen Moment hatte ich das Gefühl, ich sei dabei gewesen. Ich fühlte Deinen Einsatz, Dein Herz bei der Sache und auch die Freude der Flüchtlinge, dass sie einfach noch „Da-Sein“ dürfen. Ich sah mich in meinem Haus um und dachte: Nichts zu besitzen kann auch reine Freude sein. Da trägt man keine Last und Verantwortung mit sich rum. Vielleicht ist dies ja auch ein Teil der Freude, die Flüchtlinge im Herzen spüren. Einfach leben dürfen, im Hier und Jetzt. Nicht zu wissen, was kommen mag – aber alles kommen darf. Hauptsache es ist friedvoll und warm und ohne Gefahr für Leib und Leben. Eigentlich brauchen wir alle nicht viel mehr. Friede, Nähe, Wärme, Liebe und miteinander lachen können. Das Elementarste. Für die Flüchtlinge ist mit Beginn ihrer Flucht alles ins Ungewisse verschwunden. Das bisherige Leben existiert nur noch in der Erinnerung. Da darf sie bewahrt werden, aber nicht zurückgesehnt; denn das ginge ja gar nicht. Für sie ist alles neu. Jeder Schritt, den sie ab jetzt tun, ist noch nie zuvor da gewesen, noch nie zuvor gemacht worden. Spannend, aber auch verunsichernd. Sie müssen sich ganz auf das Neue einlassen. Wer hier am Vergangenen festhält, verfällt in Schwermut. Schwermut und Depression entsteht nur aus unerlöster Vergangenheit. Das können diese Menschen sich nicht leisten, wenn sie weiterleben, neu beginnen wollen. Wir alle tragen eine derartige Erinnerung in uns. Denn wenn nicht am eigenen Leib erfahren, so haben doch unsere Ahnen zum Großteil auch diese Erfahrung gemacht. In den vergangenen Kriegen, wo es nur noch ums nackte Überleben ging. Auch unsere Vorfahren mussten oft völlig neu beginnen – ohne Wissen um eine Zukunft. Jeden Tag neu. Und diejenigen, die sich drauf eingelassen haben, schufen Faszinierendes, Spannendes. Sie setzten neues Leben in diese Welt – und das sind jetzt wir. Lassen wir uns ein auf dieses ständig Neue. Ich liebe es! Es hält lebendig, neugierig und macht innerlich weit. Schön.
    Alles Gute für uns alle in diesem „Neuen“ Jahr!!
    Umarmung von Elke

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    • Vielen Dank auch Dir, Elke, für Deine schönen Worte.
      Die Flüchtlinge gehören eben auch dazu und bringen etwas Wertvolles. Im Geben und Nehmen entsteht Beziehung. Das große Thema der Zukunft ist sowie die Gemeinsamkeit.
      In diesem Sinne genieße ich den Austausch mit Euch allen.

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