Demut gehört auch dazu.

Zur wahren Größe gehört Demut.
Demut erkennt an, daß es etwas Größeres gibt als der Mensch. Bei den wichtigsten Dingen wird man nicht gefragt. Daß man auf die Welt gekommen ist zum Beispiel, an welchem Tag, in welche Familie man hineingeboren wurde, welche Talente man mitbekommen hat, wem man so rein zufällig im Leben begegnet, wen man wieder verliert, wann und unter welchen Umständen man sterben wird und wann und wo man wiedergeboren wird und so weiter und so fort.

Glück ist etwas, das man, so sehr man sich auch bemüht, nicht machen kann. Man kann es aber in Demut genießen und dankbar dafür sein.

Erfolg mag etwas sein, wofür man viel tun kann. Und doch muß Vieles zusammenkommen, damit sich der Erfolg einstellt. Nicht alles hat man im Griff.

Demut gehört auch dazu!

In Demut läßt sich auch groß sein. Wer seine angelegte Größe aus falscher Bescheidenheit nicht einnimmt, überhebt sich. Wer sie ausfüllt zeigt Demut, verzichtet auf die Mutlosigkeit der Kleinheit und nimmt die Mühen auf sich, seine Talente auszubilden und einzusetzen. Der Lohn ist ein tätiges Leben, das erfüllt.

Demut ist der Gegenspieler des Egos, des aufgeblähten Menschen-Ich, das immer mehr will, als es hat und auf andere herabschaut. Der demütige Mensch kennt seinen Platz, nimmt ihn trotz aller Mühen dankbar ein. Anderen Menschen begegnet er auf Augenhöhe. Er weiß um den eigenen Wert, ohne sich darauf etwas einzubilden. Er kennt auch den Wert des Gegenübers und freut sich an der Gemeinschaft.

Demut sagt ja zum Leben, ja zur eigenen, unveränderlichen Vergangenheit, ja zur Gegenwart, wie auch immer sie ist, und ja zur unbekannten Zukunft. Demut verzichtet auf jede überhebliche Verurteilung eines anderen oder seiner selbst.

Demut sagt Ja zum Dasein.

Demut öffnet das Herz.

Auch für mich ist sie tägliche Übung. Heute habe ich an meinem neuen Vortrag „Das Herz“ gearbeitet, den ich am 9. Mai in Bad Tölz halten werden. Es ging langsamer voran, als ich dachte. Ich wollte zu schnell zu viel. Erst als ich verstand, wie groß dieses Thema ist, an das ich mich da wage, konnte ich von der Vorstellung zurücktreten, den Vortrag auf die Schnelle aus dem Ärmel zu schütteln. Ich brauche noch Eingebungen. Die werde ich aber nur bekommen, wenn ich aufhöre zu machen. Wenn es gut werden soll, dann kann ich zwar meinen kleinen Teil dazu beitragen, muß mich aber auch führen lassen. Augen und Geist öffnen und entspannen.
Also erst mal heute Abend Fußball schauen, FC Bayern gegen Dortmund. Der Gewinner braucht Glück, soviel steht schon mal fest. Auch wenn jeder das seine dafür tun muß, in aller Demut natürlich.

Empfohlene Übung:

Nehmen Sie sich soviel Zeit, wie Sie brauchen. Es geht nämlich um was.
Fragen Sie sich, wo Sie zu klein sind und wo zu groß. Wo sind Sie eingebildet? Wo stellen Sie Ihr Licht unter den Scheffel? Wo fällen Sie Urteile von oben herab? Wo fühlen Sie sich zu Unrecht machtlos?

Dann lassen Sie Demut in Ihren „circle of all“ einziehen. Die Öffnung der Herzebene hilft dabei.

Ihr

Karl-Heinz Rauscher
http://www.dr-rauscher.de

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