Die Griechen gehören auch dazu.

Das ist eine Selbstverständlichkeit. Sie gehören zum großen Kreis aller Völker der Erde und sie gehören zum Kreis der europäischen Völker.
Das Besondere am Circle of all ist, daß alle Völker, die dazugehören, auf dieselbe Weise dazugehören, egal welche Hautfarbe, welche Bevölkerungszahl und auch egal welche Wirtschaftskraft sie haben. Sie gehören dazu auf Grund dessen, was sie sind, nicht auf Grund dessen, was sie haben.
Dabei ist wichtig, daß jede Nation genau so bleiben darf, wie sie ist. Der Unterschied macht den Reichtum, das Gemeinsame verbindet. Unterschiedliche Mentalitäten, unterschiedliche Lebensanschauungen und unterschiedliches Dasein wird nicht nur geduldet, sondern im circle of all nations sogar gewünscht. Denn nur, wer sich selbst ist, kann andere bereichern.

Die Griechen gehören auch dazu!

Die Möglichkeit, ja der Wunsch seine Eigenständigkeit und Andersartigkeit zu bewahren, um die Gemeinschaft reich und lebendig zu halten, schließt die Toleranz der anderen mit ein. Es schließt auch die eigenen Toleranz den Folgen der eigenen Andersartigkeit gegenüber mit ein.
Voraussetzung für eine funktionierende Gemeinschaft von eigenständigen Individuen (hier Völkern) sind funktionierende Grenzen, die zu Austausch einladen, aber auch vor Übergriffen schützen, die die eigene Eigenständigkeit bedrohen.

Die Euroeinführung in Europa hat die Schutzfunktion der politischen Grenzen geschwächt, wie man im Fall von Griechenland deutlich sehen kann. Durch den zu großen Fluß von Geld, das immer mehr Geld verdienen will, glaubt man jetzt auf europäischer Ebene das Recht zu haben, in die Souveränität Griechenlands unter Drohungen eingreifen zu können. Insofern kann das Referendum Griechenlands gestern als Versuch verstanden werden, die eigenen Grenzen wieder herzustellen und die eigene Andersartigkeit zu wahren.

Im circle of all wird den anderen nicht der Stempel des Mächtigen aufgedrückt und eine Angleichung der Mentalität und Lebensart erzwungen. Denn das wäre Ausdruck dafür, daß sich ein Volk auf Grund seiner finanziellen oder militärischen Macht anmaßt, sich über andere zu erheben. Die Eintrittskarte in den circle of all ist jedoch die Aufgabe jeder Überheblichkeit und jeder Abwertung  der anderen.
Im circle of all darf jedes Volk so sein, wie es ist. Es wird weder abgewertet noch über Gebühr aufgewertet. Die Zugehörigkeit basiert alleine auf dem Sein, dem Dasein, nicht auf dem Haben. Gegenseitige Hochachtung ist die Währung im circle of all und jeder funktionierenden Gemeinschaft.

Die Griechen gehören auch dazu und dürfen gerade so sein wie sie sind. Sie sollten dafür hoch geachtet werden, daß sie so sind, wie sie sind. Das heißt natürlich auch, daß man Ihnen die Schwierigkeiten, in die sie durch ihr Sosein geraten sind, läßt. Denn nur die Griechen haben die Kraft, sie zu meistern.
Aber die Schwierigkeiten, die den Griechen durch das Zutun der europäischen Union und vor allem der europäischen Geldpolitik bereitet worden sind, müssen alle lösen, die zu ihrer Entstehung beigetragen haben. Das eine vom anderen zu unterscheiden, ist sicher im Moment nicht einfach. Damit die Griechen ihren Teil übernehmen können, brauchen sie wieder ihre volle Souveränität. Die Grenzen müssen vor unangebrachter Einmischung gesichert werden.
Mir fällt dazu im Moment nur die Wiedereinführung der Drachme ein. Damit erhält Griechenland wieder Souveränität, Kraft und Verantwortung. Das schließt weitere Finanzhilfen und Schuldenerlässe der europäischen Union in Grenzen und im Rahmen ihrer Verantwortlichkeit nicht aus, sondern beinhaltet sie. Sie könnten als eine Art von Wiedergutmachung für eine, wenn vielleicht auch ungewollte Verletzung der Souveränität Griechenlands gesehen werden. Schritt für Schritt könnte die Atmosphäre des circle of all hergestellt werden.

Das gilt alles natürlich auch für alle anderen Völker Europas und, wenn Sie den Rahmen weiter spannen wollen, auch der Welt.

Griechenland gehört auch dazu.

Gegenseitige Hochachtung ist ein guter Boden für zukunftsweisende Verhandlungen. Schuldzuweisungen fallen in dieser Atmosphäre als erstes. Das Nächste könnte ein Rückzug aus dem Hoheitsgebiet des anderen sein, verbunden mit einer Entschuldigung oder auch einer Wiedergutmachung für die Grenzverletzungen der Vergangenheit. Anstatt zu fordern beginnt man zu geben. Im circle of all gibt jeder das, was er hat und kann zum Wohle aller in die Mitte. Etwas später darf man sich über die Früchte wundern, die einem zufallen wie aus dem Nichts.

Empfohlene Übung:

Wenn Sie wollen, schauen Sie auf die Völker Europas wie auf Freunde. Legen Sie jedes Vorurteil und jede Abwertung für eine halbe Stunde zur Seite (keine Angst, es passiert nichts Schlimmes. Sie können die Vorurteile später jederzeit durch Gedankenentschluß wieder aufnehmen). Schauen Sie über die Grenzen Europas, wie über einen Gartenzaun zu einem lieben Nachbarn. Vielleicht wollen Sie etwas über den Zaun austauschen oder es gibt ein Gartentürchen, durch das sie einander besuchen können. Hören Sie zu, was der Nachbar zu sagen hat, erzählen auch sie etwas, teilen Sie etwas miteinander.

Wenn Sie gefallen daran finden, können Sie die Übung auf die gesamte Welt ausdehnen (für Fortgeschrittene).

Übrigens: Reichtum, den man teilt, macht doppelt Freude!

Viel Spaß bei Ihren Freunden!

Ihr

Karl-Heinz Rauscher
http://www.dr-rauscher.de

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